Was sind gebotene Feiertage?
Gebotene Feiertage sind Feste, an denen Katholiken wie am Sonntag die Messe mitfeiern und Arbeit meiden, die den Gottesdienst behindert. Das Kirchenrecht nennt zehn für die lateinische Kirche, und jede Bischofskonferenz kann mit Genehmigung Roms einige aufheben oder auf einen Sonntag verlegen. Die USA halten sechs: den 1. Januar, Christi Himmelfahrt, den 15. August, den 1. November, den 8. Dezember und Weihnachten. Für den 1. Januar, den 15. August und den 1. November entfällt die Pflicht allerdings, wenn sie auf einen Samstag oder Montag fallen.
Ein gebotener Feiertag ist ein Fest, an dem Katholiken zur Mitfeier der Messe verpflichtet sind, so wie am Sonntag. Die Kirche verbindet diese Pflicht mit einigen wenigen ihrer höchsten Feste, damit die ganze Gemeinschaft sie gemeinsam feiert.
Verwirrend ist die Liste selbst. Das Kirchenrecht nennt zehn solcher Tage für die ganze lateinische Kirche, die nationalen Bischofskonferenzen können diese Liste kürzen, und in den USA sind manche der verbliebenen Tage nur in bestimmten Jahren verpflichtend.
Was sind gebotene Feiertage?
Gebotene Feiertage sind Feste, die Katholiken wie einen Sonntag halten, vor allem durch die Mitfeier der Messe. Das Kirchenrecht nennt zehn für die lateinische Kirche: Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, das Hochfest der Gottesmutter Maria, die Unbefleckte Empfängnis, Mariä Aufnahme in den Himmel, den heiligen Josef, die Apostel Petrus und Paulus und Allerheiligen. Die Bischöfe jedes Landes können die Liste kürzen.
Die Grundlage ist Canon 1246 des Codex des kanonischen Rechtes. Er beginnt mit dem Sonntag, „an dem das österliche Geheimnis gefeiert wird“, und bestimmt, dass er „als der gebotene ursprüngliche Feiertag zu halten“ ist (can. 1246 § 1). Danach folgen die zehn Feste, und der Katechismus wiederholt dieselbe Liste (KKK 2177).
Die zehn lassen sich in drei Gruppen ordnen. Vier feiern Christus: seine Geburt, sein Erscheinen vor den Sterndeutern am Fest der Erscheinung des Herrn, seine Himmelfahrt und die Gabe seines Leibes und Blutes in der Eucharistie. Drei ehren Maria: ihre Gottesmutterschaft, ihre Unbefleckte Empfängnis und ihre Aufnahme in den Himmel. Die letzten drei ehren Heilige: Josef, die Apostel Petrus und Paulus und alle Heiligen zusammen am 1. November.
Dieser Beitrag folgt dem Recht der lateinischen Kirche. Die katholischen Ostkirchen haben ein eigenes Gesetzbuch und eigene Festkalender.
Warum unterscheiden sich die gebotenen Feiertage von Land zu Land?
Das Kirchenrecht erlaubt jeder nationalen Bischofskonferenz, die allgemeine Liste mit Genehmigung Roms anzupassen. Eine Konferenz kann einige gebotene Feiertage aufheben oder auf einen Sonntag verlegen. Welche Tage ein Katholik tatsächlich hält, hängt deshalb vom Land ab und gelegentlich vom Bistum.
Die Erlaubnis steht im selben Canon: „Die Bischofskonferenz kann jedoch, nach vorheriger Genehmigung des Apostolischen Stuhles, einige der gebotenen Feiertage aufheben oder auf einen Sonntag verlegen“ (can. 1246 § 2). Wird ein Fest auf einen Sonntag verlegt, feiert man seine Messe an diesem Sonntag, und die gewöhnliche Sonntagspflicht deckt es ab. Wird ein Fest als gebotener Feiertag aufgehoben, bleibt es im Kalender und die Messe wird weiter gefeiert, doch die Teilnahme ist dann eine Sache der persönlichen Frömmigkeit.
England und Wales, Deutschland und andere Länder haben jeweils ihre eigene genehmigte Liste. Wer ins Ausland zieht, findet dort also womöglich andere gebotene Feiertage vor. Unterschiede gibt es auch innerhalb eines Landes: Durch ein Dekret von 1992 machte der Bischof von Honolulu Weihnachten und die Unbefleckte Empfängnis zu den einzigen gebotenen Feiertagen auf Hawaii (Liturgischer Kalender der USCCB).
Dein Bistum oder deine Bischofskonferenz veröffentlicht die Liste, die bei dir gilt.
Welche gebotenen Feiertage gibt es in den USA?
Es sind sechs, zusätzlich zu jedem Sonntag: das Hochfest der Gottesmutter Maria (1. Januar), Christi Himmelfahrt, Mariä Aufnahme in den Himmel (15. August), Allerheiligen (1. November), die Unbefleckte Empfängnis (8. Dezember) und Weihnachten (25. Dezember). Die amerikanischen Bischöfe beschlossen diese Liste 1991, und der Heilige Stuhl bestätigte sie 1992.
Das Dekret der Bischöfe legt Christi Himmelfahrt auf den Donnerstag der sechsten Osterwoche, und ein zweites Dekret von 1999 erlaubte jeder Kirchenprovinz, das Fest auf den siebten Sonntag der Osterzeit zu verlegen. Nach dem aktuellen liturgischen Kalender der USCCB halten nur noch die Kirchenprovinzen Boston, Hartford, New York, Omaha und Philadelphia den Donnerstag als gebotenen Feiertag (Liturgischer Kalender der USCCB). Überall sonst fällt Christi Himmelfahrt auf einen Sonntag.
Vier Feste der allgemeinen Liste werden in den USA anders gehandhabt. Die Erscheinung des Herrn wird am Sonntag zwischen dem 2. und dem 8. Januar gefeiert und Fronleichnam am Sonntag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, beide sind also durch die Sonntagsmesse abgedeckt (Liturgischer Kalender der USCCB). Der heilige Josef (19. März) und die Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) bleiben Hochfeste im Kalender, ohne Pflicht zur Mitfeier der Messe.
Eine amerikanische Regel betrifft drei Feste. Nach dem Dekret der Bischöfe ist die Pflicht zur Mitfeier der Messe aufgehoben, wann immer der 1. Januar (Hochfest der Gottesmutter Maria), der 15. August (Mariä Aufnahme in den Himmel) oder der 1. November (Allerheiligen) auf einen Samstag oder Montag fällt (Ergänzende Normen der USCCB). In diesen Jahren wird das Fest trotzdem gefeiert und die Messe angeboten, aber niemand ist zur Teilnahme verpflichtet. So kommt an diesen drei Tagen nie eine zweite Pflicht direkt vor oder nach einem Sonntag hinzu.
Weihnachten und die Unbefleckte Empfängnis, das Patronatsfest der Vereinigten Staaten, fallen nicht unter diese Regel. Der Liturgieausschuss der Bischöfe weist darauf hin, dass die amerikanische Norm den 8. Dezember zu einem gebotenen Feiertag macht, gleich auf welchen Wochentag er fällt. Ist der 8. Dezember ein Sonntag im Advent, wird das Fest selbst auf Montag, den 9. Dezember, verlegt, während die Pflicht beim Sonntag bleibt. Eine Note des Heiligen Stuhls von 2025 hat das geklärt: Bei einer solchen Verlegung wird die Pflicht zur Mitfeier der Messe nicht mitverlegt (Newsletter des Liturgieausschusses der USCCB, Februar 2025).
Was verlangt ein gebotener Feiertag?
Zweierlei: die Mitfeier der Messe und den Verzicht auf Arbeiten und Geschäfte, die Gottesdienst und Ruhe im Weg stehen. Jede Messe in einem katholischen Ritus zählt, in jeder Kirche, am Tag selbst oder am Vorabend. Es sind dieselben Regeln wie für den Sonntag.
Canon 1247 nennt beide Pflichten zusammen. An Sonntagen und gebotenen Feiertagen „sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet“, und „sie haben sich darüber hinaus jener Werke und Tätigkeiten zu enthalten, die den Gottesdienst, die dem Sonntag eigene Freude oder die Geist und Körper geschuldete Erholung hindern“ (can. 1247). Der Katechismus zählt zu dem, wofür die Arbeit Raum lassen soll, auch die Werke der Barmherzigkeit (KKK 2185).
Bei der Zeit ist das Recht großzügig. Canon 1248 sagt: „Dem Gebot zur Teilnahme an der Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird“ (can. 1248 § 1). Eine Abendmesse am 7. Dezember zählt deshalb für die Unbefleckte Empfängnis, und ebenso eine Göttliche Liturgie in einer byzantinisch-katholischen Gemeinde am Tag selbst.
Für die meisten Menschen ist ein gebotener Feiertag an einem Werktag auch ein Arbeitstag. Der Katechismus räumt ein: „Familienpflichten oder wichtige soziale Aufgaben entschuldigen rechtmäßig davon, das Gebot der Sonntagsruhe einzuhalten“, und mahnt, dass solche Entschuldigungen nicht zu Gewohnheiten führen, die „für die Gottesverehrung, das Familienleben und die Gesundheit nachteilig sind“ (KKK 2185). In der Praxis gilt es vor allem, die Messe zu schützen. Viele Pfarreien bieten an Feiertagen für Berufstätige zusätzliche Messen früh am Morgen, mittags oder abends an.
Ist es Sünde, an einem gebotenen Feiertag die Messe zu versäumen?
Ja, wenn es absichtlich und ohne gewichtigen Grund geschieht. Die Kirche behandelt einen gebotenen Feiertag genau wie den Sonntag: Die Messe bewusst auszulassen, ist eine schwerwiegende Materie. Ob es im Einzelfall eine Todsünde ist, hängt auch von Erkenntnis und Zustimmung ab. Wer das Datum vergisst, ist also anders zu beurteilen als jemand, der beschließt, zu Hause zu bleiben.
Der Wortlaut des Katechismus gilt für Sonntage und gebotene Feiertage gleichermaßen. Die Gläubigen sind „verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde“ (KKK 2181).
Schwerwiegende Materie ist eine von drei Bedingungen für eine Todsünde. Die beiden anderen sind, dass die Sünde „mit vollem Bewußtsein und bedachter Zustimmung begangen wird“ (KKK 1857). Wer nicht wusste, dass der 15. August in diesem Jahr verpflichtend war, oder es einfach vergessen hat, hat nichts absichtlich verweigert. Weil sich die amerikanischen Regeln mit dem Kalender verschieben, kommt ein solcher ehrlicher Irrtum häufig vor.
Wenn du an einem gebotenen Feiertag wissentlich die Messe ausgelassen hast, ist der Weg derselbe wie bei einem versäumten Sonntag: Geh zur Beichte, bevor du wieder die Kommunion empfängst. Der Katechismus sagt es deutlich: „Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist, muß das Sakrament der Buße empfangen, bevor er die Kommunion empfängt“ (KKK 1385). Unser Leitfaden zur versäumten Sonntagsmesse beschreibt die nächsten Schritte, und ein Priester hilft dir, wenn du unsicher bist, wie schwer ein Versäumnis wiegt.
Was gilt als gewichtiger Grund, an einem gebotenen Feiertag die Messe zu versäumen?
Krankheit und die Betreuung von Säuglingen sind die beiden Beispiele, die der Katechismus nennt. Die seelsorgliche Praxis wendet denselben Gedanken auf Arbeit an, die sich nicht verschieben lässt, auf die Pflege eines Menschen, der nicht allein bleiben kann, und auf Reisen oder Entfernungen, die die Messe unmöglich machen. Ein Pfarrer kann jemanden auch für einen bestimmten Tag von der Pflicht dispensieren.
Die Vollmacht zur Dispens stammt aus Canon 1245. Danach „kann der Pfarrer aus gerechtem Grund und nach den Vorschriften des Diözesanbischofs in einzelnen Fällen von der Pflicht zur Beachtung eines Feiertages oder Bußtages dispensieren oder diese Pflicht in andere fromme Werke umwandeln“ (can. 1245). Wenn du schon vorher weißt, dass du nicht zur Messe kommen kannst, etwa weil du unterwegs bist, kannst du deinen Pfarrer fragen. Er gibt dir vielleicht ein Gebet oder eine andere Andachtsübung auf, die du stattdessen verrichtest.
Wenn die Messe wirklich unmöglich ist, empfiehlt der Katechismus, an einem Wortgottesdienst teilzunehmen, falls einer angeboten wird, oder sich „eine entsprechende Zeit lang dem persönlichen Gebet oder dem Gebet in der Familie“ zu widmen (KKK 2183). Die Lesungen der Festtagsmesse zu Hause zu lesen oder an einem Marienfest den Rosenkranz zu beten, sind einfache Wege, den Tag zu halten.
Gewöhnliche Geschäftigkeit reicht als gewichtiger Grund nicht aus, ebenso wenig eine Verabredung, die sich um eine Abendmesse herum hätte planen lassen.
Warum gibt es gebotene Feiertage?
Damit der Kalender selbst zu einer Form des Gottesdienstes wird. Der Sonntag feiert jede Woche die Auferstehung, und die gebotenen Feiertage fügen andere zentrale Glaubensgeheimnisse hinzu: Christi Geburt und Himmelfahrt, die Eucharistie, Marias Platz in der Heilsgeschichte und die Gemeinschaft der Heiligen. Weil einige von ihnen verpflichtend sind, hält die ganze Kirche sie gemeinsam.
Der Katechismus sagt mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, die Kirche halte es für ihre Aufgabe, „das Heilswerk ihres göttlichen Bräutigams an bestimmten Tagen das Jahr hindurch in heiligem Gedenken zu feiern“ (KKK 1163). Damit setzt sie eine viel ältere Praxis fort: „Das Volk Gottes hat seit dem mosaischen Gesetz im Zusammenhang mit dem Pascha bestimmte Festtage gekannt“ (KKK 1164).
Der Sonntag ist das Vorbild für jeden gebotenen Feiertag. Nach dem Katechismus „vervollständigt“ das vierte Gebot der Kirche („Du sollst die gebotenen Feiertage halten“) „das Sonntagsgebot durch die Teilnahme an den liturgischen Hauptfesten, welche die Mysterien des Herrn, der Jungfrau Maria und der Heiligen ehren“ (KKK 2043). Die Gebote der Kirche sichern „das unerläßliche Minimum an Gebetsgeist und an sittlichem Streben“ (KKK 2041), einen Boden, auf dem man aufbauen kann.
Früher war die Liste weit länger. Zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert zählten manche Bistümer mehr als hundert Sonn- und Feiertage im Jahr, und die Reform Papst Urbans VIII. von 1642 ließ immer noch 36 Feste übrig (Catholic Encyclopedia). In den USA behielt das Dritte Plenarkonzil von Baltimore 1884 sechs bei: Weihnachten, Neujahr, Christi Himmelfahrt, Mariä Aufnahme in den Himmel, die Unbefleckte Empfängnis und Allerheiligen. Die heutige amerikanische Liste umfasst dieselben sechs Feste, wobei der 1. Januar inzwischen als Hochfest der Gottesmutter Maria gefeiert wird.
Ein gebotener Feiertag ist also eine Verabredung, die die ganze Kirche einhält: eine Handvoll Tage im Jahr, an denen Katholiken gemeinsam zur Messe gehen, um ein Geheimnis des Glaubens zu feiern, so wie an jedem Sonntag.
Häufige Fragen
Ist Aschermittwoch ein gebotener Feiertag? +
Nein. Aschermittwoch ist nach Canon 1251 ein Fast- und Abstinenztag, und die Messe an diesem Tag ist freiwillig. Viele Katholiken gehen trotzdem hin, um zu Beginn der Fastenzeit das Aschenkreuz zu empfangen.
Ist Allerseelen ein gebotener Feiertag? +
Nein. Der 2. November steht nicht auf der Liste des Kirchenrechts, die Messe an diesem Tag ist also freiwillig, auch wenn viele Katholiken hingehen und für die Verstorbenen beten. Gebotener Feiertag ist Allerheiligen am 1. November, und in den USA entfällt die Pflicht, wenn dieser Tag auf einen Samstag oder Montag fällt.
Zählt eine Abendmesse am Vortag? +
Ja. Nach Canon 1248 genügt der Pflicht, wer an einer Messe teilnimmt, die „am Feiertag selbst oder am Vorabend“ gefeiert wird. Eine Abendmesse am 24. Dezember zählt zum Beispiel für Weihnachten. Schau in den Gottesdienstplan deiner Pfarrei, denn die Zeiten der Abendmessen sind verschieden.
Ist Weihnachten auch an einem Samstag oder Montag ein gebotener Feiertag? +
Ja. In den USA gilt die Ausnahme für Samstag und Montag nur für den 1. Januar, den 15. August und den 1. November. Weihnachten und die Unbefleckte Empfängnis bleiben verpflichtend, gleich auf welchen Wochentag sie fallen.
Ist Ostern ein gebotener Feiertag? +
Ostern fällt immer auf einen Sonntag, die Sonntagspflicht deckt es also schon ab. Der Katechismus nennt Ostern „das Fest der Feste“ (KKK 1169). Davon unabhängig bittet die Kirche die Katholiken, wenigstens einmal in der Osterzeit die Kommunion zu empfangen (KKK 2042).